Der RÖSTER in Uganda
von Essen zur Kaffee-Ernte nach Kasese/Uganda. Um seine Kaffee-Kenntnisse zu vertiefen machet der Röster Alex Kunkel 2007 Working-Holidays auf einer ugandischen Kaffeefarm direkt am Äquator. Vor einem Jahr wurde ich Besitzer einer Kaffee-Kleinplantage in Afrika/Uganda/ District Kasese. Im September fuhr ich für 3 Wochen zur Kaffee-Ernte (09.-30.Sept.) Es handelt sich um 20 Pflanzen inklusive 10 Schattenbäumen auf einer Fläche von ca. 400qm. Möglich wurde der Kauf der Kleinplantage durch das Vermarktungsprojekt eines deutschen Kaffee-Farmers – Georg Löding – der seit 1996 in Uganda eine Farm betreibt. Er bietet die „Gartenplantage“ an und ermöglicht den Bezug der darauf gewachsenen anteiligen Menge besten Arabica-Kaffees. Dieser Anteil wird entweder geröstet oder als grüne Bohne geliefert. Man kauft von Deutschland aus die Parzelle, wobei man nicht die Landrechte, sondern nur den Ertrag erwirbt, und hat damit einen direkten Bezug zu einem der Ursprungsländer des Weltgetränks Kaffee. Angebaut wird streng biologisch in Mischkultur, die Schattenbäume sind z.B. Mandel, Zitrone, Olive, Neem, Eukalyptus. Bewirtschaftet wird die Plantage im Rahmen einer Genossenschaft: Rugendabara Coop-Society – www.bugisu.de
Anbau, Ernte und Verarbeitung
der zunächst roten Kaffeekirschen sind aufwändige Vorgänge, die beim Endverbaucher so gut wie nicht bekannt sind. Arabica-Kaffee wächst ab Höhen von ca. 1000m in milden tropischen Hochlagen. Das zentralafrikanische Hochland Ugandas ist eine traditionelle Kaffee-Region. In der Nähe des Victoria-Sees werden hauptsächlich Robusta-Sorten angebaut – am Mount Elgon (Grenze Kenia/ Berggorillas) ist die Arabica-Edel-Sorte Bugisu beheimatet. Am Ruwenzori-Massiv an der Grenze zum Kongo ebenfalls Arabica. Dort liegt Georg Lödings 140-Hektar-Farm unmittelbar am Äquator.
Uganda und Kaffee
liegt auf einem der hintersten Ränge des Human-Development-Index der Vereinten Nationen – Platz 145 von 177. Es gehört zu den 20 ärmsten Ländern der Erde und seine Exporteinnahmen sind zu über 50% vom Kaffeepreis abhängig. Entsprechend massiv waren die Verluste des Landes und der Kaffebauern während der vergangenen Tiefpreis-Phase für Kaffee (2000-2004). 500 000 Kleinbauern – zusammen mit ihren Familien 2,5 Mio Menschen – produzieren Kaffee in Uganda. Uganda steht an fünfter Stelle als Lieferland der grünen Rohkaffeebohnen an die EU. Es ist hauptsächlich die Robusta-Bohne. Außer Kenia und Tanzania sind alle anderen afrikanischen Kaffee-Länder von der Internationalen Kaffee-Organisation (ICO) als „Robusta“-Länder eingestuft. Die Robusta-Bohne wurde im 19. Jhdt. im Kongobecken entdeckt. Die Arabica-Sorte hat ihren Ursprung im äthiopischen Hochland.
UGANDA -Überblick
ist ein Land „Schwarzafrikas “ direkt am Äquator..Es hat ca 60%der Fläche Deutschlands,aber nur 20%soviel Einwohner. Der Norden ist „arid “/wüstenähnlich.Es grenzt im Norden an den Sudan,im Osten an Kenia, im Süden an Tanzania,im Westen an Ruanda und die Demokrat.Republik Kongo. Es liegt am Victoria-See,dem größten Süsswasser- Reservoir Afrikas, der drittgrösste See der Erde. Zwei weitere grosse Seen sind der „Lake Albert“ und „Lake Edward “. Uganda ist Teil des „Grossen Afrikanischen Grabenbruchs “, der erdgeschichtlich entstand und in dessen „Rift-Valley “ der Ursprung der Menschheit vermutet wird.
Bild in der Öffentlichkeit
Uganda wird im Alltag schnell mit Bürgerkrieg,Idi Amin und Berg-Gorillas in Verbindung gebracht. Es war in Kriege/Bürgerkriege mit Ruanda,Tanzania, Kongo und Sudan verstrickt. Davon ist die „Lord-Resistance-Army “, die im Norden vom Sudan unterstützt wird, immer noch eine Gefahr.Sie setzt skrupellos Kindersoldaten ein. Idi Amin starb mittlerweile im Saudi-arabischen Exil und wurde kürzlich durch den Film „Der letzte König von Schottland “ wiederbelebt.. Die Berggorillas wurden durch „Gorillas im Nebel “ berühmt. Über den Vökermord in Ruanda gab es mehrere Kino- filme (u.a.„Hotel Ruanda “).
Kaffee und Deutsche Firmen
Es gibt mehrere Robusta-Grossplantagen des welt- größten Rohkaffee-Konzerns,der Neumann Gruppe/ Hamburg.Neumann ist nicht direkt im Endverbau- chermarkt involviert,weshalb der Name unbekannt ist. » http://www.ibero.co.ug » http://www.nkgtropical.com/our_products/kaweri Neumann hat mit Unterstützung der ugandischen Regierung eine riesige neue Robusta-Plantage in Mubende/Zentral-Uganda aufgezogen und dabei wurde Landbevölkerung vertrieben:
Uganda.-Gewaltsame Landvertreibung wirft eine Gruppe von Kaffeebauern aus Uganda,aus dem Distrikt Mubende,der Regierung in Kampala vor. Im Jahr 2001 seien über zweitausend Menschen aus ihren Dörfern vertrieben worden,ohne dass sie dafür eine ausreichende Entschädigungerhalten hätten.Nutznießer der Aktion sei einKaffee-Konzern aus Deutschland.Denn eine Tochterfirma des Unternehmens habe auf dem umstrittenen Land eine Plantage errichtet.Der Streit um die Rechte an dem Gebiet hält an.(Dt-Funk -11.05.2004)
Die NGO FIAN hat diesen Fall in einer ausführlichen Dokumentation dargestellt Seit 2005 arbeitet Neumann gemeinsam mit der GTZ und dem deutschen Kaffeeverband (das ist quasi Neumann) an einem 4C-Kaffeeprojekt in Uganda.4C bedeutet „Common Code for the Coffee Community “. Ein Codex auf Initiative der Grosskonzerne im Kaffeebereich, die damit dem Fairtrade-Label Konkurenz ma- chen wollen.NGOs waren bei den CODEX-Beratungen mit dabei,aber Greenpeace ist z.B.ausgestiegen,weil keine klare Haltung zu Gentechnik im Kaffeeanbau vereinbart wurde.Bei 4C gibt es keine Vereinbarung über Mindestpreise. Das Projekt ist im District Kamuli/Bezirk Kisozi – zentralöstlich » http://www.kaffeeverband.de Die NGO OXFAM hat 2002 eine ausführliche Kaffeestudie publiziert,für die als Referenzland u.a.Uganda diente.Hier finden sich detaillierte Informationen zur Wertschöpfungskette und der Lage der Kaffeebauern in Uganda: www.oxfam.de und dort unter „Studien “ 2002: „Bitter! Armut aus der Kaffeetasse “
Umwelt//Rohstoffe
Lake Voctoria: Der See ist aufgrund eingeführter, nicht endemischer Pflanzen und Fische (Victoria- Barsch – in jedem Supermarkt zu kaufen)dem Umkippen Nahe.In dem Film „Darwins Alptraum “ wird das in anschaulicher Grausamkeit auf der Seite Tanzanias vorgeführt. Vor kurzem meldete der WDR in einem Feature,daß der Neubau eines dritten Wasserkraftwerks am See durch die Regierung Ugandas den Wasserspiegel wei- ter dramatisch absenken könnte.Es besteht die Gefahr, daß die Laichgründe der verbliebenen Fisch-Population nicht mehr erreichbar sein werden – Aussage eines seit Jahren vor Ort arbeitenden englischen Wissen- schaftlers. Er beklagt den Boykott jeglicher Gespräche durch die Regierung Muzeweni.Der geisselte die Umweltschützer als „Amateure “ ohne Kenntnisse. Der Investor ist „His Highness the Aga Khan “ und buttert 750 Mio $ in das Projekt – die Weltbank ist auch im Boot.
Klimawandel
Andererseits wurde Muzeweni an prominenter Stelle von der britischen Aussenministerin zum Klimawandel zitiert:„Das ist eine Aggressionhandlung der Reichen gegen die Armen.“(im Sicherheitsrat der UN) In Wikipedia/Uganda wird der regionale Klimawandel als Killer für künftigen Kaffeeanbau in Uganda be- schrieben.
Ölvorkommen
Im Lake Albert wurden grössere Öl/Gasvorkommen entdeckt.Der gehört aber zur Hälfte dem Kongo. Grenzen durch Binnengewässer sind eine explosive Sache,wenn es um Öl und Gas geht. Ein britischer Ölarbeiter starb bereits bei einem Schusswechsel.Der ugandische Energieminister spricht von einer neuen „Ölprovinz “.Journalisten von „allafrica.com “ schätzen das als möglichen Beginn eines neuen militärischen Konflikts im Herzen Afrikas ein und verweisen auf die unheilvolle Allianz von Öl, Machtkartellen und Korruption überall in Afrika. Quellen:Diverse Artikel online auf » www.allafrica.com Fotostrecke zu Neumann und Leben in Uganda

Neuman hat in allen wichtigen Kaffeeländern eigene Niederlassungen, die häufig auch eigene Plantagen betreiben. In Brasilien (Facenda Lagoa) z.B. werden bereits maschinelle Erntemethoden eingesetzt, die pro Erntemaschine 180 PflückerInnen ersetzen

In großen Anlagen wird der Robusta Kaffee auf dem Land der vertriebenen Kleinbauern fabrikmässig verarbeitet.
In großen Anlagen wird der Robusta Kaffee auf dem Land der vertriebenen Kleinbauern fabrikmässig verarbeitet. Hier ist deutlich zu sehen, wie intensiv offenbar mit Herbiziden gearbeitet wird. Es soll nichts hochkommen ausser den Kaffee-”Cash-Crops” für den internationalen Markt. Die traditionelle Mischbauweise mit Subsistenzwirtschaft für die Familien ist einer Monokultur gewichen. Die Familien vegetieren am Rand der Plantage und müssen sich für einen Hungerlohn bei Neumann verdingen. Uganda rund um den Viktoria-See ist prädestiniert für den Robusta-Anbau. In diesem afrikanischen Land wurde die Kaffeesorte im 19. Jhdt. auch entdeckt. Es kann zweimal im Jahr geernetet werden. eine blühene Kaffeepflanze in der Nähe von Mubende Das ist die Stadt Mubende in Zentral-Uganda Traditionell werden die Kochbananen (Matoke) in Verbindung mit Kaffee angepflanzt. Eine Bananenstaude wiegt ca. 25 kg – manchmal werden bis zu 5 Stück mit dem Fahrrad transportiert. Matoke wird mit dem Messer geschält, die Schale läßt sich nicht wie bei den Essbananen abziehen und…. anschliessend gekocht. Nebenbei werden noch Maiskolben geröstet. Workers auf einer Farm in Kasese (Grenze zum Kongo) Kinder immer auf der Suche nach Wasser mit den gelben Wasserkanistern aber auch das wird häufig mit dem Fahrrad erledigt. Kinder sammeln Brennholz in Kilembe. Hier herrschte bis vor kurzem noch Minengefahr aufgrund des Bürgerkriegs in Grenzgebiet zum Kongo. Kilembe hatte eine Kupfermine, jetzt stillgelegt, deren Abraum jetzt nochmal nach Edelmetallen durchsiebt wird. Ein Schulraum der zweiten(armen) Schule in Hima/Kasese. Bis zu 30% der Kinder sind Aids-oder Bürgerkriegswaisen. Arbeiter in Hima/Kasese beim Frühstück. Sie werden gleich aufbrechen um Elektro-Leitungsmasten zu setzen. Häufig sieht man die Frauen und nur sie bei schwerer Feldarbeit Eine arme Bäuerin auf den Sseese-Islands, einer großen Inselgruppe im Victoria-See. Ambulante in Mubende bieten den Durchkommenden und natürlich den reichen europäischen Touristen Fleischspiesse an – eine Szene am Matatu-Parkplatz (Busbahnhof der VW-Bus großen Standard-Verkehrsmittel. Für 14 Personen zugelassen, wir sind mit 24 Leuten mal gefahren.) via Der RÖSTER in Uganda.





