• VERBREITUNG DER PFLANZE

Die Geschichte der Ausbreitung des Kaffees als Nutzpflanze wird getrennt behandelt zur Kulturgeschichte des Kaffees als Getränk. Nur im Artikel » Geschichte Überblick – chronologisch unter » Geschichte wird beides zusammen dargestellt.

Kolonialwirtschaft

Die Ausbreitung der Pflanze geschah in der Regel im Rahmen der Kolonialwirtschaft, d.h. die Kolonialmächte haben in ihren jeweiligen Kolonien versucht wirtschaftlich interessante Pflanzen, die nur unter dem dortigen Klima gediehen, plantagenmäßig zu nutzen. Das war so mit Zuckerrohr, Tabak, Baumwolle, Tee, Reis, Kakao, Gewürzen und eben auch mit Kaffee.

Die Stationen des Kaffees sind

Holland in Indien/Asien

Nachdem das türkische Welthandelsmonopol mit dem Hauptanbaugebiet Jemen durch die holländische Kolonialmacht gebrochen wurde betritt der Kaffee die Arena des Sklavenhandels und bleibt mit ihm bis zur Abschaffung der Sklaverei verbunden. Die holländische “East India Company” beginnt damit, den Kaffee zur Sklavenfrucht zu machen. Für Kaffee-Export-Plantagen (Cash-Crop) wurden Nahrungsmittelfelder der Einheimischen konfisziert, sie selbst zur Fronarbeit gezwungen und durch Verlust der Nahrungsgrundlage dem Hunger ausgesetzt.  Der Niederländer E. Dekkar enhüllte die fürchterlichen Zustände in seinem 1860 erschienen Buch “Max Havelaar”, das zum antikolonialen Bestseller in Holland wurde. Es ist dort heute noch ungemein populär. Die niederländische und die Schweizer Fairtrade-Organisationen heißen zu seinem Andenken  “Faitrade/Max Havelaar”.

Karibik

Mittelamerika

Südamerika/Brasilien

Afrika

In Westafrika wird nur Robusta angebaut, in Ostafrika (Äthiopien über Tansania bis Madagaskar) überwiegend Arabica. Das ostafrikanische Hochland produziert ausgezeichnete Arabica-Sorten. Das äthiopische Hochland ist die Heimat des Arabica-Kaffees. Im Kongobecken/ Uganda hat man im 19. Jhdt. die Robusta-Sorte entdeckt.

Äthiopien: Berühmte Kaffeesorten werden nach Regionen bezeichnet: Sidamo, Yirgachefe und Harar.

Ausserdem gibt es dort noch den ursprünglichen wilden Regenwaldkaffee. Er wächst in der Region Bonga, deren Wälder allerdings durch Klimaschäden und Abholzen vom Verschwinden bedroht sind. Ein großes Projekt zur Bewahrung des Artenreichtums ist südlich von Adis Abeba, wo man tausende der wilden Kaffeepflanzen kultiviert. Es wird von der deutschen GTZ (Gesellschaft für technische Zusammenarbeit) unterstützt. Es dient als eine Art Gendatenbank für Kaffee.