Kultur 1980 bis heute
Der Faire Handel nimmt einen bedeutenden Aufschwung und konzentriert sich zunächst auf Kaffee.
2001-2003 lösen historisch niedrige Kaffeepreise einen weltweite Krise in den Kaffeeregionen aus. Aufstieg Vietnams zum zweitgrößten Kaffeeproduzenten. Das Pfund Kaffee beim Discounter kostet 1.99€!
1991 wird die erste Espressobar in München eröffnet. Kaffee beginnt aus der Ecke des billigen dutzend-Getränks auszubrechen.
Starbucks setzt auf Kaffeequalität und wird zum Weltkonzern mit allen negativen Begleiterscheinungen. Internet-Cafés entstehen, die Kaffeetasse wird zum Verbündeten von bits und bytes.
Der Robusta-Anteil an der Welternte nimmt zu und fließt in das stark steigende Segment der löslichen Kaffes.
Der Faire Handel boomt
Weltweite Kaffeekrise 2001-2003 -
Tausende verschuldete Kleinbauern geben auf, flüchten in die großen Städte, bauen Coca an oder bringen sich um.
Der Kaffeepreis in den Verbraucherländern sinkt z.B. in Deutschland auf € 1.99 pro Pfund (Lidl, Aldi)! Zieht man davon die Kaffeesteuer ab, bleiben nur noch 90 Cent als eigentlicher Warenwert. Für die entprechende Menge Rohkaffee erhalten die Erzeuger 2-4 €-Cent. Sehr viel schlechter Robusta-Kaffee aus Vietnam überschwemmt den Weltmarkt. Die Großröster entwickeln eigene Techniken, um diese Sorten dennoch zu verarbeiten und als billige Füllmasse zu verwenden. Das Lebensmittelrecht in Deutschland macht keinen Unterschied zwischen Robusta und Arabica, der Verbraucher kann sich also nicht orientieren.
