der
in Uganda
von Essen zur Kaffee-Ernte nach Kasese/Uganda
Um seine Kaffee-Kenntnisse zu vertiefen macht der Röster Alex
Kunkel Working-Holidays auf einer ugandischen Kaffeefarm direkt am
Äquator.
Vor einem Jahr wurde ich Besitzer einer Kaffee-Kleinplantage in Afrika/Uganda/
District Kasese. Im September fuhr ich für 3 Wochen zur Kaffee-Ernte
(09.-30.Sept.) Es handelt sich um 20 Pflanzen inklusive 10 Schattenbäumen
auf einer Fläche von ca. 400qm.
Möglich wurde der Kauf der Kleinplantage durch das Vermarktungsprojekt
eines deutschen Kaffee-Farmers - Georg Löding - der seit 1996 in Uganda
eine Farm betreibt. Er bietet die „Gartenplantage“ an und ermöglicht
den Bezug der darauf gewachsenen anteiligen Menge besten Arabica-Kaffees.
Dieser Anteil wird entweder geröstet oder als grüne Bohne geliefert.
Man kauft von Deutschland aus die Parzelle, wobei man nicht die Landrechte,
sondern nur den Ertrag erwirbt, und hat damit einen direkten Bezug
zu einem der Ursprungsländer des Weltgetränks Kaffee. Angebaut wird
streng biologisch in Mischkultur, die Schattenbäume sind z.B. Mandel,
Zitrone, Olive, Neem, Eukalyptus. Bewirtschaftet wird die Plantage
im Rahmen einer Genossenschaft: Rugendabara Coop-Society – www.bugisu.de
» Anbau, Ernte und Verarbeitung
der zunächst roten Kaffeekirschen sind aufwändige Vorgänge, die beim
Endverbaucher so gut wie nicht bekannt sind. Arabica-Kaffee wächst
ab Höhen von ca. 1000m in milden tropischen Hochlagen. Das zentralafrikanische
Hochland Ugandas ist eine traditionelle Kaffee-Region. In der Nähe
des Victoria-Sees werden hauptsächlich Robusta-Sorten angebaut - am
Mount Elgon (Grenze Kenia/ Berggorillas) ist die Arabica-Edel-Sorte
Bugisu beheimatet. Am Ruwenzori-Massiv an der Grenze zum Kongo ebenfalls
Arabica. Dort liegt Georg Lödings 140-Hektar-Farm unmittelbar am Äquator.
» Uganda
liegt auf einem der hintersten Ränge des Human-Development-Index der
Vereinten Nationen - Platz 145 von 177. Es gehört zu den 20 ärmsten
Ländern der Erde und seine Exporteinnahmen sind zu über 50% vom Kaffeepreis
abhängig. Entsprechend massiv waren die Verluste des Landes und der
Kaffebauern während der vergangenen Tiefpreis-Phase für Kaffee (2000-2004).
500 000 Kleinbauern - zusammen mit ihren Familien 2,5 Mio Menschen
- produzieren Kaffee in Uganda. Uganda steht an fünfter Stelle als
Lieferland der grünen Rohkaffeebohnen an die EU. Es ist hauptsächlich
die Robusta-Bohne. Außer Kenia und Tanzania sind alle anderen afrikanischen
Kaffee-Länder von der Internationalen Kaffee-Organisation (ICO) als
„Robusta“-Länder eingestuft. Die Robusta-Bohne wurde im 19. Jhdt.
im Kongobecken entdeckt. Die Arabica-Sorte hat ihren Ursprung im äthiopischen
Hochland.
» UGANDA -Überblick
ist ein Land „Schwarzafrikas “ direkt am Äquator..Es
hat ca 60%der Fläche Deutschlands,aber nur 20%soviel Einwohner.
Der Norden ist „arid “/wüstenähnlich.Es grenzt
im Norden an den Sudan,im Osten an Kenia, im Süden an Tanzania,im
Westen an Ruanda und die Demokrat.Republik Kongo.
Es liegt am Victoria-See,dem größten Süsswasser-
Reservoir Afrikas, der drittgrösste See der Erde. Zwei weitere
grosse Seen sind der „Lake Albert“ und „Lake Edward
“. Uganda ist Teil des „Grossen Afrikanischen Grabenbruchs
“,der erdgeschichtlich entstand und in dessen „Rift-Valley
“ der Ursprung der Menschheit vermutet wird.
» Bild in der Öffentlichkeit
Uganda wird im Alltag schnell mit Bürgerkrieg,Idi Amin und Berg-Gorillas
in Verbindung gebracht. Es war in Kriege/Bürgerkriege mit Ruanda,Tanzania,
Kongo und Sudan verstrickt. Davon ist die „Lord-Resistance-Army
“, die im Norden vom Sudan unterstützt wird, immer noch
eine Gefahr.Sie setzt skrupellos Kindersoldaten ein. Idi Amin starb
mittlerweile im Saudi-arabischen Exil und wurde kürzlich durch
den Film „Der letzte König von Schottland “ wiederbelebt..
Die Berggorillas wurden durch „Gorillas im Nebel “ berühmt.
Über den Vökermord in Ruanda gab es mehrere Kino- filme
(u.a.„Hotel Ruanda “).
» Kaffee und Deutsche Firmen
Es gibt mehrere Robusta-Grossplantagen des welt- größten
Rohkaffee-Konzerns,der Neumann Gruppe/ Hamburg.Neumann ist nicht direkt
im Endverbau- chermarkt involviert,weshalb der Name unbekannt ist.
» http://www.ibero.co.ug
» http://www.nkgtropical.com/our_products/kaweri
Neumann hat mit Unterstützung der ugandischen Regierung eine
riesige neue Robusta-Plantage in Mubende/Zentral-Uganda aufgezogen
und dabei wurde Landbevölkerung vertrieben:
Uganda.-Gewaltsame Landvertreibung wirft eine Gruppe von Kaffeebauern
aus Uganda,aus dem Distrikt Mubende,der Regierung in Kampala vor.
Im Jahr 2001 seien über zweitausend Menschen aus ihren Dörfern
vertrieben worden,ohne dass sie dafür eine ausreichende Entschädigungerhalten
hätten.Nutznießer der Aktion sei einKaffee-Konzern aus
Deutschland.Denn eine Tochterfirma des Unternehmens habe auf dem umstrittenen
Land eine Plantage errichtet.Der Streit um die Rechte an dem Gebiet
hält an.(Dt-Funk -11.05.2004)
Die NGO FIAN hat diesen Fall in einer ausführlichen Dokumentation
dargestellt:
» http://www.atjanor.de/FIAN/Fallarbeit.htm
Seit 2005 arbeitet Neumann gemeinsam mit der GTZ und dem deutschen
Kaffeeverband (das ist quasi Neumann) an einem 4C-Kaffeeprojekt in
Uganda.4C bedeutet „Common Code for the Coffee Community “.
Ein Codex auf Initiative der Grosskonzerne im Kaffeebereich, die
damit dem Fairtrade-Label Konkurenz ma- chen wollen.NGOs waren bei
den CODEX-Beratungen mit dabei,aber Greenpeace ist z.B.ausgestiegen,weil
keine klare Haltung zu Gentechnik im Kaffeeanbau vereinbart wurde.Bei
4C gibt es keine Vereinbarung über Mindestpreise. Das Projekt
ist im District Kamuli/Bezirk Kisozi – zentralöstlich
» http://www.kaffeeverband.de
» Die NGO OXFAM hat 2002 eine ausführliche Kaffeestudie
publiziert,für die als Referenzland u.a.Uganda diente.Hier finden
sich detaillierte Informationen zur Wertschöpfungskette und der
Lage der Kaffeebauern in Uganda: www.oxfam.de
und dort unter „Studien “ 2002: „Bitter! Armut aus
der Kaffeetasse “
» Umwelt//Rohstoffe
Lake Voctoria: Der See ist aufgrund eingeführter, nicht
endemischer Pflanzen und Fische (Victoria- Barsch - in jedem Supermarkt
zu kaufen)dem Umkippen Nahe.In dem Film „Darwins Alptraum
“ wird das in anschaulicher Grausamkeit auf der Seite Tanzanias
vorgeführt. Vor kurzem meldete der WDR in einem Feature,daß
der Neubau eines dritten Wasserkraftwerks am See durch die Regierung
Ugandas den Wasserspiegel wei- ter dramatisch absenken könnte.Es
besteht die Gefahr, daß die Laichgründe der verbliebenen
Fisch-Population nicht mehr erreichbar sein werden - Aussage eines
seit Jahren vor Ort arbeitenden englischen Wissen- schaftlers. Er
beklagt den Boykott jeglicher Gespräche durch die Regierung Muzeweni.Der
geisselte die Umweltschützer als „Amateure “ ohne
Kenntnisse. Der Investor ist „His Highness the Aga Khan “
und buttert 750 Mio $ in das Projekt - die Weltbank ist auch im Boot.
» Klimawandel
Andererseits wurde Muzeweni an prominenter Stelle von der britischen
Aussenministerin zum Klimawandel zitiert:„Das ist eine Aggressionhandlung
der Reichen gegen die Armen.“(im Sicherheitsrat der UN) In Wikipedia/Uganda
wird der regionale Klimawandel als Killer für künftigen
Kaffeeanbau in Uganda be- schrieben.
» Ölvorkommen
Im Lake Albert wurden grössere Öl/Gasvorkommen
entdeckt.Der gehört aber zur Hälfte dem Kongo. Grenzen durch
Binnengewässer sind eine explosive Sache,wenn es um Öl und
Gas geht.Ein britischer Ölarbeiter starb bereits bei einem
Schusswechsel.Der ugandische Energieminister spricht
von einer neuen „Ölprovinz “.Journalisten von „allafrica.com
“ schätzen das als möglichen Beginn eines neuen militärischen
Konflikts im Herzen Afrikas ein und verweisen auf die unheilvolle
Allianz von Öl, Machtkartellen und Korruption überall in
Afrika. Quellen:Diverse Artikel online auf
» www.allafrica.com
|
.........................................................Fotostrecke
zu Neumann und Leben in Uganda

Neuman hat in allen wichtigen Kaffeeländern eigene Niederlassungen, die
häufig auch
eigene Plantagen betreiben. In Brasilien (Facenda Lagoa) z.B. werden bereits
maschinelle Erntemethoden
eingesetzt, die pro Erntemaschine 180 PflückerInnen ersetzen

In großen Anlagen wird der Robusta Kaffee auf dem Land der vertriebenen
Kleinbauern fabrikmässig verarbeitet.


Hier
ist deutlich zu sehen, wie intensiv offenbar mit Herbiziden gearbeitet wird.
Es soll nichts hochkommen ausser den Kaffee-"Cash-Crops" für
den internationalen Markt.
Die traditionelle Mischbauweise mit Subsistenzwirtschaft für die Familien
ist einer Monokultur gewichen.
Die Familien vegetieren am Rand der Plantage und müssen sich für
einen Hungerlohn bei Neumann verdingen.

Uganda rund um den Viktoria-See ist prädestiniert für den Robusta-Anbau.
In diesem afrikanischen Land wurde die Kaffeesorte im 19. Jhdt. auch entdeckt.
Es kann zweimal im Jahr geernetet werden.

eine blühene Kaffeepflanze in der Nähe von Mubende

Das ist die Stadt Mubende in Zentral-Uganda

Traditionell werden die Kochbananen (Matoke) in Verbindung mit Kaffee angepflanzt.
Eine Bananenstaude wiegt ca. 25 kg - manchmal werden bis zu 5 Stück mit
dem Fahrrad transportiert.

Matoke wird mit dem Messer geschält, die Schale läßt sich
nicht wie
bei den Essbananen abziehen und....

anschliessend gekocht. Nebenbei werden noch Maiskolben geröstet. Workers
auf einer
Farm in Kasese (Grenze zum Kongo)

Kinder immer auf der Suche nach Wasser mit den gelben Wasserkanistern
aber auch das wird häufig mit dem Fahrrad erledigt.

Kinder sammeln Brennholz in Kilembe. Hier herrschte bis vor kurzem noch Minengefahr
aufgrund des Bürgerkriegs in Grenzgebiet zum Kongo. Kilembe hatte eine
Kupfermine,
jetzt stillgelegt, deren Abraum jetzt nochmal nach Edelmetallen durchsiebt
wird.

Ein Schulraum der zweiten(armen) Schule in Hima/Kasese. Bis zu 30% der Kinder
sind
Aids-oder Bürgerkriegswaisen.

Arbeiter in Hima/Kasese beim Frühstück. Sie werden gleich aufbrechen
um Elektro-Leitungsmasten
zu setzen.

Häufig sieht man die Frauen und nur sie bei schwerer Feldarbeit


Eine arme Bäuerin
auf den Sseese-Islands,
einer großen Inselgruppe
im Victoria-See.


Ambulante in Mubende bieten den Durchkommenden und natürlich den reichen
europäischen Touristen Fleischspiesse an - eine Szene am Matatu-Parkplatz
(Busbahnhof
der VW-Bus großen Standard-Verkehrsmittel. Für 14 Personen zugelassen,
wir sind mit
24 Leuten mal gefahren.)
Ende
zurück zur Röster-Startseite<<